GEOTECHNIK
COTTBUS
StartseiteHänge & WändeAktive/passive Verankerungsbemessung

Aktive und passive Verankerungsbemessung in Cottbus – Technische Konzeption durch unser Geotechnik-Team

Strenge Prüfung. Klare Berichte.

MEHR ERFAHREN

Die quartären und tertiären Lockergesteine unter Cottbus – geprägt von der Lausitzer Urstromtalung – stellen für jede Verankerung eine spezifische Herausforderung dar. Die mitteldicht gelagerten Talsande und Kiese, oft unterlagert von schluffigen Partien, verlangen eine präzise Unterscheidung zwischen aktivem und passivem Ankertyp. In Cottbus haben wir es fast immer mit Grundwasserhorizonten zu tun, die bereits ab 2,5 bis 3,5 Meter unter GOK anstehen. Das beeinflusst sowohl die Korrosionsklasse als auch die Wahl des Verpressverfahrens. Wer hier falsch dimensioniert, riskiert Kriechverformungen im Ankerkopfbereich. Unsere Herangehensweise stützt sich auf eine Kombination aus Rammsondierungen und Laboranalysen, um die Mantelreibung realistisch abzubilden. Vor der eigentlichen Ankerbemessung ist oft eine saubere Korngrößenanalyse unverzichtbar, weil Feinanteile unter 5 % die Injektionsausbreitung massiv verändern können.

Ein gut dimensionierter Verpressanker lebt von der realen Mantelreibung, nicht von konservativen Tabellenwerten – in Cottbus macht das schnell 20 % Stahllänge aus.

Unsere Leistungsbereiche

Vorgehen und Leistungsumfang

Die Norm DIN EN 1997-1 (EC7) verlangt in Cottbus eine besonders sorgfältige Festlegung der charakteristischen Herausziehwiderstände, weil die Niederlausitz geotechnisch sehr inhomogen ist. Wir erleben oft, dass in nur zehn Meter Abstand der Spitzendruck beim Sondieren um das Doppelte schwankt. Deshalb arbeiten wir mit Teilsicherheitsbeiwerten für den Grenzzustand GEO-2 und führen ergänzend CPT-Versuche durch, wenn die Mantelreibung aus Drucksondierungen abgeleitet werden muss. Für verpresste Anker im Kies setzen wir das Nachverpressverfahren (Irdning-Methode) an, um einen definierten Verpresskörper mit Durchmessern von 150 bis 250 mm zu erzeugen. Die Zulassung des Ankersystems – ob als Daueranker mit doppeltem Korrosionsschutz oder als Kurzzeitanker – hängt direkt von der hydrogeologischen Situation im Cottbuser Stadtgebiet ab. Unsere Laborversuche zur Bestimmung des Wasserzementwerts der Injektionssuspension erfolgen nach DIN EN 447.
Aktive und passive Verankerungsbemessung in Cottbus – Technische Konzeption durch unser Geotechnik-Team
Technische Referenz — Cottbus

Lokaler geotechnischer Kontext

Cottbus ist keine Stadt, die in die Höhe wächst – der Baugrund zwingt uns, in die Tiefe zu gehen. Der historische Bergbau um Senftenberg und die Altlasten der Textilindustrie entlang der Spree haben den Untergrund stellenweise verändert. Bei der Ankerbemessung im innerstädtischen Bereich stoßen wir immer wieder auf anthropogene Auffüllungen mit Bauschutt und Schlacke, die keinerlei Mantelreibung aufbauen. Ein Risiko, das wir durch Vorerkundung mit Schürfgruben eingrenzen. Ein zweites Risiko ist die saisonale Grundwasserschwankung: In niederschlagsreichen Jahren steigt der Spiegel in den Cottbuser Ostteilen um bis zu 1,2 Meter an, was bei falsch angesetzter Auftriebskraft zu Hebung des Ankerkopfs führen kann. Dazu kommen Setzungsdifferenzen zwischen Bestandsbebauung und Neubau, die bei passiven Ankern eine unplanmäßige Aktivierung erzwingen. Unser Team modelliert diese Szenarien mit FEM-Software, um die Lastumlagerung über die Bauzeit zu simulieren.

Benötigen Sie eine geotechnische Bewertung?

Antwort innerhalb von 24h.

E-Mail: kontakt@geotechnik.biz

Maßgebliche Normen

DIN EN 1997-1:2014-03 (EC7, Entwurf, Berechnung, Bemessung), DIN EN 14490:2010-11 (Ausführung von Verpressankern), DIN EN ISO 22477-5:2018-12 (Ankerprüfungen), DIN SPEC 18537:2017-12 (Ergänzende Festlegungen zu EC7), DIN EN ISO 22475-1:2022-02 (Baugrunderkundung)

Referenzparameter

ParameterTypischer Wert
AnkertypAktiv (vorgespannt) / Passiv (nachgiebig)
BemessungsnormDIN EN 1997-1, DIN SPEC 18357
PrüfverfahrenDIN EN ISO 22477-5, Klassen A bis C
KorrosionsschutzEinfach (Kurzzeit) / Doppelt (Daueranker, DIN EN 14490)
Typische freie Länge6 bis 25 Meter
Typische Verpresskörperlänge4 bis 12 Meter
Prüflast (Abnahme)1,25 × Np (Daueranker), 1,5 × Nk (Kurzzeit)
Grundwasser in CottbusAb 2,5 m unter GOK, pH um 6,8

Gängige Fragen

Wann brauche ich in Cottbus einen aktiven und wann einen passiven Anker?

Das hängt vom zulässigen Verformungsverhalten ab. Aktive Anker werden vorgespannt und verhindern Verschiebungen nahezu vollständig – ideal für steife Baugruben neben Bestandsgebäuden. Passive Anker wirken erst bei Wandbewegung und eignen sich für nachgiebige Konstruktionen wie Spundwände oder wenn geringere Anforderungen an die Verformung bestehen.

Welche Rolle spielt der Grundwasserstand im Cottbuser Urstromtal?

Eine zentrale. Der hohe Grundwasserstand ab etwa 2,5 Meter Tiefe erfordert fast immer einen doppelten Korrosionsschutz für Daueranker. Zudem beeinflusst das Wasser die Injektionsausbreitung: In wassergesättigten Sanden läuft die Suspension anders als im Trockenen, was wir bei der Bemessung des Verpresskörpers berücksichtigen.

Mit welchen Kosten muss ich für die Bemessung und Prüfung rechnen?

Die Kosten für die ingenieurtechnische Bemessung und eine Eignungsprüfung vor Ort liegen je nach Umfang und Ankeranzahl zwischen €990 und €3.550. Abnahmeprüfungen pro Anker sind darin noch nicht enthalten und werden separat nach Aufwand kalkuliert.

Warum ist eine Vorerkundung mit Drucksondierungen so wichtig?

Die Mantelreibung ist der entscheidende Parameter für die Ankerlänge. In den inhomogenen Sand-Kies-Wechsellagerungen von Cottbus liefern nur direkte Sondierungen wie CPT oder Rammsondierung belastbare Werte. Tabellenwerte aus der Norm können hier um den Faktor 1,5 danebenliegen, was zu unwirtschaftlichen oder unsicheren Ankerlängen führt.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Cottbus und seinem Großraum.

Größere Karte ansehen