Wenn der schwere Elastomer-Prototyp auf den Prüfstand kommt, interessiert uns vor allem das hysteretische Verhalten unter den spezifischen Lasteinwirkungen, die in der Niederlausitz auftreten können. In Cottbus mit seinen quartären und tertiären Lockergesteinen ist die Erdbebenisolationsbemessung kein Standardprodukt von der Stange. Die Stadt liegt zwar nicht in der höchsten Erdbebenzone Deutschlands, doch die weichen Talsande der Spreeaue und die mächtigen, setzungsempfindlichen Braunkohleflöze im Untergrund erfordern eine präzise Abstimmung zwischen Isolator, Unterbau und dem tatsächlichen Antwortspektrum. Unser Team führt die Kalibrierung der Isolatoren so durch, dass die resultierende Beschleunigung im Überbau um mindestens 60 Prozent reduziert wird. Die in Cottbus vorhandenen steifen Geschiebemergelhorizonte können dabei als tragfähiger Horizont für die untere Lagerplatte genutzt werden. Wir kombinieren diese Kenntnisse mit Triaxialversuchen zur Bestimmung der dynamischen Bodenkennwerte und nutzen den CPT-Versuch für die präzise Tiefenlage der Einbindung.
Ein korrekt bemessenes Basisisolationssystem in den Cottbuser Flusssanden verschiebt die Eigenperiode so weit, dass die seismische Energie gar nicht erst in den Überbau gelangt.
